Zahnärzte empfehlen mehr Fluorid für Vorschulkinder

Während bei Erwachsenen Karies immer seltener wird, bleiben bei Kindern mit Milchzähnen die Fallzahlen weitgehend konstant hoch. Mediziner führen das auf die Menge an Fluorid zurück, die in Kinderzahncremes enthalten sind. Um die Zahngesundheit zu fördern und auch bei Kindern mit Milchzähnen die Bildung von Karies zu reduzieren, fordern Experten mehrerer Fachgesellschaften und Zahnmediziner, die Fluoridmenge in Kinderzahnpasten zu verdoppeln. 

Experten raten zur Erhöhung des Fluoridgehalts in Kinderzahncremes

Meta-Analysen und klinische Studien haben gezeigt, dass Kinderzahncremes aufgrund ihrer geringen Fluoridkonzentration nicht ausreichen, um das Milchgebiss von Vorschulkindern zuverlässig vor Karies zu schützen. Das ist der Grund, weshalb Experten mehrerer Fachgesellschaften aus den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und Deutschland neue Empfehlungen in Bezug auf das Zahnputzverhalten und die Fluoridmenge von Kinderzahnpasten ausgesprochen haben. Danach ist ein Fluoridgehalt von 0,1 Prozent in einer Kinderzahnpasta für Kinder vom zweiten bis sechsten Lebensjahr empfehlenswert, die sich zwei Mal am Tag ihre Zähne mit einer erbsengroßen Menge Zahnpasta putzen sollten. Die bisherige Empfehlung lag für Kinder bis zu ihrem sechsten Geburtstag bei einer Fluoridkonzentration von 0,05 Prozent. 

Ein erhöhter Fluoridgehalt schützt vor Karies bei Milchzähnen

Von dieser geringeren Fluoridkonzentration sind die Experten abgerückt, weil der Rückgang von Karies im Milchgebiss im Vergleich zu den bleibenden Zähnen sehr viel geringer ausfällt. Seit 1997 wurde aufgrund der verbesserten Zahnpflege bei 12-Jährigen im bleibenden Gebiss ein Kariesrückgang von 75 Prozent festgestellt, so Stefan Zimmer, der Leiter des Lehrstuhls für Zahnerhaltung und präventive Zahnmedizin an der Universität Witten Herdecke. Das entspricht einem durchschnittlichen Wert von 0,44 an mit Karies erkrankten Zähnen pro Kind dieser Altersgruppe. Ganz anders sieht die Situation im Milchgebiss von Sechsjährigen aus. Im gleichen Zeitraum ging Karies in dieser Altersgruppe um nur 28 Prozent zurück. Das entspricht einem durchschnittlichen Wert von 1,73 an mit Karies erkrankten Zähnen pro Kind. Dieser Wert ist insoweit bedenklich, weil ein Milchgebiss im Gegensatz zum bleibenden Gebiss mit 28 Zähnen gerade mal 20 Zähne aufweist. Den Rückgang von Karies bei 12-Jährigen führen Zahnärzte auf eine verbesserte Zahnprophylaxe und Zahnvorsorge zurück. Nach Auffassung der Experten spielt dabei die Verwendung von Kinderzahncremes mit Fluorid eine wichtige Rolle. 

Fluorid - was ist das?

Um die Expertenmeinung nachvollziehen zu können, ist es wichtig, Fluorid und seine Wirkung zu kennen. Fluorid ist ein Spurenelement, das sich zu 95 Prozent in den Zähnen und in den Knochen befindet. Die verbleibende geringe Menge ist in der Haut, den Haaren und in den Nägeln enthalten. Das bedeutet, dass Fluorid den Zahnschmelz härtet, sodass er widerstandsfähiger wird, insbesondere gegen Angriffe von Säuren. Sie entstehen beispielsweise durch das Kauen von zuckerhaltigen Lebensmitteln oder durch Kariesbakterien im Mund. Der erhöhte Fluoridgehalt im Speichel fördert die Remineralisation von bereits vorhandenen kleineren Kariesschäden im Zahnschmelz. Fluorid ist auch in Lebensmitteln enthalten, unter anderem in Tee, Huhn und Ölsardinen, aber auch in Gemüse, Obst, Garnelen, Butter, Fisch und in Brot. 

Dentalfluorose: Zu viel Fluorid hinterlässt weißliche Flecken 

Die Wirkung von Fluorid in Zahnpasta wurde in mehreren Studien getestet. Im Ergebnis stand fest, dass Fluorid in Zahnpaste die Schutzfunktion gegen Karies erhöht. Das gilt für Kinder ebenso wie für Erwachsene. Eine Zahnpasta für Erwachsene sollte mindestens einen Anteil von 0,1 Prozent Fluorid aufweisen, wobei ein Wert in Richtung 0,15 Prozent noch besser ist. Bei Kindern wurde bislang eine geringere Menge empfohlen. Grund ist, dass Kinder dazu neigen, beim Zähneputzen Zahnpasta zu verschlucken. Daraus kann sich schlimmstenfalls eine Dentalfluorose entwickeln. Ihre Erkennungsmerkmale sind weißliche Linien oder Flecken auf dem Zahnschmelz. Das Risiko einer Dentalfluorose wurde bei der neuesten Empfehlung der Expertengruppe entsprechend berücksichtigt.

Dennoch stand im Ergebnis fest, dass die Vorteile einer höheren Fluoridkonzentration gegenüber der Gefahr einer Dentalfluorose überwiegen, so der Zahnmediziner Stefan Zimmer. Hinzu kommt, dass das Risiko einer Dentalfluorose lediglich bis zum zweiten Lebensjahr besteht. Das ist der Zeitpunkt, bis zu dem alle Milchzähne durchgebrochen sind. Ohnehin sind weißliche Linien und Flecken kein gesundheitliches, sondern ein rein ästhetisches Problem. Für Kleinkinder wird eine kleinere Menge an Kinderzahnpasta verwendet, etwas in der Größe eines Reiskorns. Um diese geringe Dosierung möglich zu machen, fordert die Expertengruppe die Hersteller auf, Kinderzahnpasten mit kleineren Öffnungen zu versehen. Die Viskosität beziehungsweise die Zähflüssigkeit von Kinderzahnpasten sollte außerdem so beschaffen sein, dass es problemlos möglich ist, die Zahnpasta entsprechend zu portionieren. 

In anderen Ländern wird bereits seit einigen Jahren eine höhere Fluoridkonzentration für Kinder bis zu ihrem sechsten Geburtstag empfohlen, unter anderem von der Europäischen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde. Ältere Kinder können auf die fluoridhaltigen Zahncremes von Erwachsenen ausweichen. Fluorid allein garantiert jedoch keine optimale Zahngesundheit. Wichtig sind eine sorgfältige Zahnprophylaxe und notwendige Zahnbehandlungen, deren Kosten über eine Zahnzusatzversicherung abgedeckt werden können. Welche Zahnzusatzversicherungen die Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen schützen, informieren Sie sich hier.

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